Raiffeisenweg 1a, 21481 Lauenburg

Dramatik Pur

In einer komischen Saison, wo wir noch nicht mal, aufgrund von Spielverlegungen, mit der Hinrunde fertig sind, beginnt schon die Rückrunde für uns. Wir empfingen den TUS Lübeck in heimischer Halle. Das Hinspiel war ein Alptraum für uns. Nicht das wir einfach nur schlecht gespielt hatten. Wir verloren auch mit 18:17. Das Szenario wollten wir natürlich keineswegs wiederholen und haben uns ein ganz anderes Gesicht in diesem Spiel vorgenommen. Lübeck ist in der jetzigen Tabelle auf dem Zweiten Platz gewesen und somit auch leicht favorisiert in das Spiel gegangen. 

Wir konnten uns zu Spielbeginn gleich etwas Selbstvertrauen holen. Nach einem schnellen 2:0 erfolgte zwar der rasche Ausgleich zum 2:2 und kurz darauf auch 3:3. In den kommenden Minuten waren wir aber griffig. Die Abwehr und Torhüterleistungen passten und so gelang es uns, dass wir in der 10.Minute mit 7:3 führten. Die Weichen waren gestellt und wir hatten Lübeck genau da wo wir sie haben wollten. Ein früher Vorsprung, der unsere Gäste schnell zum handeln zwang. Aus einem unerklärlichen Grund gelang ihnen das aber auch schlagartig. Zwar konnten wir den Abstand noch beim Stand von 9:5 aufrecht erhalten, doch dann sollte uns zwischen der 13. Minute bis zur 22: Minute nichts mehr gelingen. Die Abwehr stolperte und vorne machten wir unsere gut raus gespielten Chancen nicht mehr rein. Der Anfangsaufschwung war verpufft und dies hatte auch zur Folge, dass Lübeck den Rückstand Tor um Tor verringerte. In der 25.Minute war es dann passiert und wir gingen erstmals mit 10:11 in Rückstand. Wir waren komplett von der Rolle und mussten aufpassen, dass wir in kein tiefes Loch fallen, aus dem wir uns nur ganz schwer wieder raus kämpfen. Unser Angriff konnte bis zu Halbzeit keinen weiteren Ball im Tor unter bringen, was Lübeck mit eigenen Treffern bestrafte. Wir verloren den Anschluss und mussten mit einem 10:14 Rückstand in die Kabine gehen. Wir haben in ganzen 17 Minuten nur ein einziges Tor gemacht. Das war einfach nur erschreckend. 

Melo, der heute aufgrund von muskulären Problemen nicht spielen konnte und heute nur den Posten des Trainers hatte, wusste gar nicht wo er anfangen sollte. Die Ansprache war lang. Kleiner Spoiler, die 10 Minuten Pause reichten nicht und wir wurden sogar durch den Schiedsrichter zurück in die Halle geholt. Wir belohnten uns für die harte Arbeit einfach nicht. Der Angriff war ein totaler Ausfall. Wir konnten froh sein, dass es nur 4 Tore waren, die es aufzuholen galt. Im Großen und Ganzen hieß es dann für uns, dass wir jetzt wieder von vorne anfangen müssen und die Halbzeit vergessen machen.

Mit dem Wideranpfiff konnten wir allerdings in den ersten Minuten keine neuen Impulse setzen. Das komplette Gegenteil bahnte sich an und in der 38. Minute stand auf der Anzeigentafel plötzlich ein 13:19 Rückstand gegen uns. Frust machte sich breit in der Truppe. Die ersten Meckereien untereinander fingen an. Die Weichen waren für ein komplettes Debakel gelegt. In der 41.Minute sah es nicht besser aus. Beim Stand von 15:21 sind es immer noch 6-Tore Rückstand gewesen. Wir gaben aber nicht auf und wollten beweisen, dass wir es einfach besser können. Bis zur 50. Minute hatten wir es immerhin wieder geschafft, beim Stand von 19:23, auf den anfänglichen 4-Tore Rückstand zu kommen. Lübeck nahm daraufhin eine Auszeit und wir konnten uns somit auch nochmal fokussieren. Ab jetzt hieß es in den letzten 10 Minuten, das Spiel nochmals von vorne zu beginnen. Wir kämpften und kämpften und kämpften aber in der 56. Minute stand es immer noch 21:25. Wie sollten wir, dieses Spiel noch drehen. Die Zeit und die Angriffe liefen uns davon. Doch in diesem Moment, kamen ganze 12 Phönixe aus der Asche aufs Feld. Alle Feld- sowie Ersatzspieler waren plötzlich da. Die Stimmung wurde um 180 Grad besser. Die Bank war voll da und jegliches Zusammenspiel klappte. Die Abwehrreihen griffen und unsere Torhüter bekamen vollen Zugriff auf jeden Ball. Der Angriff machte das was er sollte und zwar Tore. In der 56. Minute gelang uns das 22:25. Lübeck konnte nichts machen und schaute zu wie wir weiter machten. In der 57. Minute dann das 23:25. Wieder brachte Lübeck ihren Angriff nicht unter. In der 58.Minute dann das 24:25. Wir waren dran. Das Momentum bei uns. Wieder waren wir hinten stark gegen Lübeck. In der 59. Minute dann das unfassbare. Wir glichen zum 25:25 aus. Lübeck mit ihrem erneuten Gegenangriff, der von Gerry gehalten wurde. Melo nahm darauf sofort die Auszeit. 19 Sekunden verblieben. Genug Zeit für einen Angriff. Wir hatten tatsächlich schon einen Punkt sicher, aber wir wollten jetzt mehr. Die Anweisung war klar entweder freier Wurf aus dem Rückraum oder unser Außen schließt ab. Wir spielten den Ball durch die Reihen, setzten zu einem Kreuzen an und da war sie. Die Chance die wir wollten. Ein freier Wurf aus dem Rückraum von Lieven. 4 Sekunden vor dem Ende. Der Atem stockte bei allen. Die Halle war still und schaute auf den Ball. Sollten wir uns doch noch belohnen……… Der Ball flog und schlug letztlich im Tor ein. Der Wahnsinn wir hatten das Spiel doch noch in unsere Richtung drehen können. Wir gewinnen am Ende mit 26:25. Ein emotionaler Sieg den wir auch gleich feierten. Die Reibereien aus dem Spiel waren sofort vergessen und alle waren wieder Bestbuddies, so wie es sich gehört. Alle waren überglücklich und es ist der Hammer zu welcher Leistung die Mannschaft fähig ist. 

Das Spiel war an Spannung und Dramatik kaum zu überbieten. Lübeck gratulierte fair und witziger weise entwickelt sich eine Tradition mit den Gästen. Die Auswärtige Mannschaft bringt der heimischen immer eine Bierkiste mit. Sie hatten es aus dem Hinspiel nicht vergessen gehabt. 

Wir hoffen sehr, dass wir mit so einem Spiel und solch einer Leistung, auch mehr Fans für die Zukunft begeistern können, die uns in der Hasenberghölle anfeuern kommen.

Wir bedanken uns riesig bei allen Zuschauern, die mit uns gefiebert haben und uns nicht aufgegeben, sondern gepusht haben.

Jetzt haben wir erstmal ein Wochenende Pause und bereiten uns auf das nächste Auswärtspiel gegen den Eichholzer SV am 07.02. vor.

Eure Zebras

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